Am 10. Juli hat der Bundesrat einer Verordnung zugestimmt, die den Zugang zum Beruf des Berufskraftfahrers spürbar erleichtert. Mehrsprachige Prüfungen, kürzere Prüfungszeiten und einfachere Anerkennung ausländischer Führerscheine. Für Unternehmen, die seit Jahren an genau dieser Bürokratie scheitern, ist das eine der konkretesten politischen Reaktionen auf den Fahrermangel seit Langem. Auf Initiative des Bundesrates wurde zusätzlich Albanisch in den Sprachenkatalog für die Grundqualifikationsprüfung aufgenommen. Für albanischsprachige Fahrer aus dem Westbalkan – aus Albanien, dem Kosovo und Nordmazedonien – fällt damit eine der größten Hürden auf dem Weg zur deutschen Berufskraftfahrerqualifikation weg.
Der Bedarf ist so groß wie selten zuvor. Ende Januar hatte eine Allianz aus elf Wirtschafts- und Branchenverbänden in einem gemeinsamen Positionspapier festgehalten, dass in Deutschland bereits mehr als 70.000 Berufskraftfahrer fehlen, mit einer jährlichen Verschärfung um weitere 15.000. Anfang Juli legte die International Road Transport Union (IRU) nach: In Europa fehlen inzwischen rund 502.000 Lkw-Fahrer – eine Mangelquote von 13 Prozent. Zwei Drittel der europäischen Transportunternehmen lehnen deshalb bereits Aufträge ab. Innerhalb der EU sind die klassischen Rekrutierungsreserven damit zunehmend erschöpft. Der Westbalkan rückt als Talentpool weiter in den Fokus.
Drei Punkte sind für Ihre Personalplanung unmittelbar relevant:
Die theoretische Prüfung zur beschleunigten Grundqualifikation kann künftig auch auf Albanisch abgelegt werden – neben Deutsch, Englisch, Hocharabisch, Kroatisch, Polnisch, Rumänisch, Russisch, Türkisch und Ukrainisch.
Genau diese Bürokratie war bislang oft der Grund, warum ein einsatzbereiter Kandidat nicht ans Steuer durfte. Ausländische Fahrer mit gültiger Berufserfahrung mussten bislang die komplette Qualifikation auf Deutsch neu durchlaufen und landeten währenddessen im Lager anstatt am Steuer.
Auffällig dabei: Viele dieser Kandidaten leben bereits in Deutschland. Sie arbeiten aktuell nur in fachfremden Jobs, weil ihnen genau diese Sprachhürde bei der Grundqualifikation im Weg stand. Das heißt, ein relevanter Teil des Potenzials wartet nicht erst im Ausland auf Sie, sondern ist schon vor Ort verfügbar. Für Sie bedeutet das eine zusätzliche Kandidatenquelle. Dadurch können in wenigen Wochen zusätzliche, qualifizierte Fahrer bei Ihnen im Führerhaus sitzen.
Die kürzere praktische Prüfung senkt zusätzlich die Zeit bis zur Einsatzbereitschaft neuer Fahrer – relevant, wenn Sie aktuell Aufträge wegen Personalmangels ablehnen müssen. Wir beobachten solche Neuerungen gezielt und berichten darüber, sobald sie feststehen.
Ein erleichterter Zugang zur Qualifikation sorgt allerdings nur für mehr einsatzbereite Kandidaten. Er sorgt nicht automatisch dafür, dass diese Fahrer langfristig bleiben. Der IRU-Bericht ist hier eindeutig: Eine höhere Bezahlung allein reicht immer seltener aus, um Fahrer zu gewinnen oder zu halten. Zunehmend entscheidend sind sichere Parkmöglichkeiten, moderne Fahrzeuge, planbare Arbeitszeiten und eine funktionierende Willkommenskultur für internationale Kollegen. Das lohnt sich zu beachten, bevor die ersten neuen Kollegen ankommen.
Vereinbaren Sie einen kostenlosen und unverbindlichen Termin. Gemeinsam schauen wir, wie sich Ihre offenen Lkw-Stellen mit qualifizierten, albanischsprachigen Fahrern innerhalb von sechs Wochen besetzen lassen.
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